5 RSS Reader Apps für das iPad im Vergleich
Nach etwas mehr als einem Monat mit dem iPad, hat sich für mich die Killer-Anwendung für das Tablet klar herauskristallisiert: das Lesen von RSS-Feeds.
Während das iPad in vielen Bereichen keinen Laptop mit richtiger Tastatur ersetzt, kann das Apple Tablet beim Schmökern in RSS-Feeds die Stärken der Touch Bedienung voll ausspielen, die richtige App vorausgesetzt.
Hier eine eine kleine Übericht über 5 RSS Apps, die alle unterschiedliche Ansätze zur Präsentation der Feeds wählen.
Reeder
Reeder ist die absolute Power-App unter den RSS Apps für das iPad. Die Applikation setzt als eine von wenigen Apps das iPad-Bedienkonzept voll um.
Die App synchronisiert zunächst sämtliche RSS-Feeds mit Google Reader. Nach Abschluss des Sync-Vorgangs bekommt man RSS-Feeds und Ordner wie in der Foto-App präsentiert.
Das Bedienkonzept von Reeder hat ein wesentliches Problem des iPad recht gut gelöst: Nämlich, dass die Bedienung eines Computers mittels Touchscreen meist wesentlich langsamer ist, als mittels Tastatur und Maus.
Mit Hilfe eines sehr durchdachten Bedienkonzepts und geschickt angeordnerter Bedienelemente, kommt Reeder damit bei mir fast an die Geschwindigkeit von Google Reader in Verbindung mit Tastaturkürzeln heran.
Man kann dann durch Antippen direkt die einzelnen Artikel im Feed ansehen. Ordner kann man wie in der Foto-App mit der Zoom-Geste öffnen. Einzelne Artikel kann man durch ziehen nach rechts als gelesen markieren oder durch ziehen nach links mit einem Sternchen zum späteren Wiederfinden markieren. Wechselt man durch Antippen in den Inhalt des Artikels kann diesen in der Hochkantansicht nach rechts aus dem Bild schieben und gelangt so wieder in die Artikelübersicht.
Sehr praktisch sind auch die Bedienelemente, die am linken Rand dargestellt werden. Da kann man mit den Pfeilen rasch von Artikel zu Artikel wechseln , filtern welche Artikel angezeigt werden sollen, usw.
Eine gute Übersicht zur Bedienung von Reeder liefert dieses Video des fscklog.
Reeder ist genau die richtige App für alle, die versuchen täglich einige Dutzend Feeds zu lesen. Die App kostet 3,99 Euro und bietet damit ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
Pulse
Pulse ist wie Reeder eine sehr durchdachte App. Allerdings eignet sich Pulse weniger für RSS-Poweruser, sondern eher für User, die bequem durch die Inhalte ihrer Lieblingswebseiten surfen möchten.
Pulse stellt einzelne RSS-Artikel nicht einfach nur als Text dar, sondern lädt auch zugehörige Bilder, sodass man visuell durch die aktuellesten Meldungen browsen kann. Tippt man auf einen Artikel, wird bei Volltextfeeds direkt der Inhalt angezeigt oder die Website wird im integrierten Browser geöffnet.
Pulse ist ausgesprochen nützlich um bei einigen wenigen Webseiten auf dem Laufenden zu bleiben. Sobald man allerdings mehr als ein Dutzend Feeds abonniert hat, wird die App langsam und unübersichtlich.
Pulse kostet 2,99 Euro.
Early Edition
Early Edition ist mit Sicherheit die am besten aussehende App in diesem Vergleich. Wie Times oder Feedly auf dem Desktop, versucht Early Edition auf dem iPad das Layout einer Tageszeitung beziehungsweise eines Magazins nachzustellen. Das gelingt größtenteils auch recht gut.
RSS-Feeds kann man thematisch sortieren. Die Artikel in den Feeds jedes Themengebiets werden dann von der App in ein Zeitungslayout gebracht und bilden jeweils ein “Zeitungs-Ressort”.
Tippt man die Artikel an, sieht man den vollen Text und kann sich den Artikel auch auf der Originalwebsite ansehen. Zwischen den Seiten wechselt man, wie in iBooks, mit einer Wischgeste.
Wie auch Pulse, ist Early Edition eher zum zwanglosen Schmökern gedacht. Da in der Übersicht jedoch bereits die Artikeltexte angerissen werden, bekommt man mit dieser App mehr Informationen auf einen Blick präsentiert.
Early Edition kostet 3,99 Euro.
Paper Pile
Paper Pile verfolgt das gleiche Konzept wie Early Edition. Die Inhalte der RSS-Feeds werden ebenfalls in ein Zeitungslayout gebracht.
Paper Pile stellt dabei das Aussehen einer tatsächlichen Zeitung sehr realisitisch dar. Leider ist die Schrift teilweise recht klein geraten, was die Übersicht etwas erschwert.
Gut gelöst ist die Darstellung der Rubriken bzw. RSS-Feed Ordner, die wie die einzelnen Teile einer Zeitung dargestellt und direkt angewählt werden können.
Einzelne Artikel kann man durch Antippen ebenfalls im Volltext lesen. Von Seite zu Seite wechselt man ebenfalls mit der aus iBooks bekannten Wischgeste.
Leider reagiert die App manchmal recht träge auf Eingaben.
Paper Pile kostet 2,39 Euro
NetNewsWire
NetNewsWire für das iPad ist der Oldie unter den RSS-Reader. Nicht nur, dass die App eine der ersten für das iPad verfügbaren Feedreeder-Apps war, auch das Bedienkonzept kann man als Oldie bezeichnen.
NetNewsWire übernimmt ziemlich einfallslos das Layout und die Bedienung von Desktop Feedreadern. Leider funktioniert das beim iPad nicht besonders gut. Die App läuft zwar stabil aber die Bedienung ist umständlich und langsam.
Wer sich auch auf dem iPad ein klassisches Feedreeder-Interface wünscht, kann zu NetNewsWire greifen. Mit 7,99 Euro ist die App allerdings für das Gebotene viel zu teuer.
Fazit
RSS-Junkies fällt die Wahlt leicht. Wer sich täglich durch dutzende Feeds arbeitet und dabei keine Meldungen verpassen möchte, greift zu Reeder. Die App bietet für diesen Zweck das mit Abstand beste Bedienkonzept.
Alle die den Feedreader in erster Linie zum Schmökern oder als Frühstückszeitung verwenden, haben die Wahl zwischen Pulse, Early Edition und Paper Pile. Zu welcher Anwendung man letztlich greift ist Geschmackssache. Im Vergleich zu den beiden “Zeitungsapps” lässt sich Pulse etwas flotter bedienen. Die Apps im Zeitungslayout erscheinen durch die aufwändigen graphischen Effekte teils etwas träge. Dafür haben bieten sie den Vorteil Informationen komprimierter darzustellen als Pulse.
Zu NetNewsWire muss man eigentlich nicht greifen. Das Bedienkonzept ist wenig innovativ und das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt bei dieser App im Vergleich ebenfalls nicht.
Bild oben: flickr magnus_d







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